Bomben-Willi lässt es knallen
Bohr-und Sprengtechnik Wilhelm Witzgall besteht seit über 30 Jahren

Wenn Wilhelm Witzgall in sein Signalhorn bläst, steht die Sprengung kurz bevor
Zwei Angler wünschen sich „Petri Heil!", Jäger rufen sich „Waidmannsheil" zu. Aber was sagen eigentlich Sprengmeister? „Gut ab!", lacht Wilhelm Witzgall, der auch liebevoll „Bomben-Willi" genannt wird. Dieser Spitzname ist ihm einmal von dem legendären Grüner Gastwirt „Mucki" Zobel verliehen worden.
Wilhelm Witzgall, inzwischen 75 Jahre alt, denkt langsam ans Aufhören. Im Frühjahr 2012 ist Schluss. Er hat das Unternehmen „Bohr- und Sprengtechnik Witzgall" - es ist beheimatet im Gewerbegebiet Corunna - über 30 Jahre lang erfolgreich geführt.
Witzgall ist von Haus aus gelernter Schreiner, mit Dynamit & Co. hatte er in seiner Jugend nie etwas am Hut. „Nach dem Zweiten Weltkrieg war ich neun Jahre alt und wie Wälder rund um Iserlohn waren voller Munition, Gewehre und Panzerfäuste. Ich habe diese Dinge nie angefasst."
Zum Sprengen kam Witzgall über Umwege: Als er 22 Jahre alt war, arbeitete er bei den Rheinisch-Westfälischen Kalkwerken als „Knäpper". Seine Aufgabe war es, mit einem Schlagbohrer Löcher in große Felsbrocken zu bohren, die anschließend in kleinere Stücke gesprengt wurden. Er zeigte Interesse an dieser Art der „Zerstörung". Er kam in einen Sprengtrupp und war dann zusammen mit sechs weiteren Sprengmeistern verantwortlich für die Zerkleinerung der Felsen. Als die RWK-Letmathe schloss, ging er zu den Kalkwerken nach Hohenlimburg, arbeitete dort bis Ende der 70er-Jahre. Es schlossen sich eineinhalb Jahre bei einer Sprengfirma in Hannover an, die für die Sprengungen für den Rhein-Main-Donau-Kanal verantwortlich war. Am 1. März machte sich Witzgall dann mit seinem Unternehmen selbstständig.
Ziemlich spektakulär hat Witzgall vieles in Schutt und Asche gelegt: Das Warsteiner Brauereihochhaus, die „Hörder Fackel", Bunker in Braunschweig und Salzgitter und natürlich viele Schornsteine. 123 sind es im Laufe der Jahre geworden. Witzgall ist stolz darauf, dass bei den Sprengungen nie etwas größeres, was als „Sprengunfall" in den Papieren stehen würde, passiert ist.
Einmal hatten er und sein Sohn Mario einen Schutzengel. Vater und Sohn wurden bei der Vorbereitung einer Sprengung in einem Steinbruch im Neandertal am 7. April 2005 verschüttet. Wilhelm Witzgall lag für 2 Stunden, sein Sohn für fünf Stunden unter dem Geröll. Witzgall legt großen Wert darauf, dass das kein Sprengunfall war, sondern ein geologisches Ereignis.
Wilhelm Witzgall verriet, dass die Berechnungen für große Sprengungen mehrere Tage dauern, „Schornsteine berechne ich inzwischen in einer Viertelstunde". Bis zum Eintritt in den Ruhestand wird „Bomben-Willi" seine Hände nicht in den Schoß legen. In Kürze wird er vier Türme am Flughafen Weeze sprengen. Ein weiteres Projekt ist ein Bunker in Hannover. Und natürlich Sprengungen in Steinbrüchen. Allein seine nächste Sprengung ist ein echter Knaller: Sechs Tonnen Sprengstoff werden mit einem Mal explodieren.

Auch in Letmathe hat Wilhelm Witzgall einige Objekte gesprengt, in diesem Fall den alten Schornstein der Nordfeldschule
Aktuelles
Neuer Internetauftritt
Erfahren Sie jetzt auch im Internet alles über die Firma Witzgall Bohr - Sprengtechnik
